30/10/2026 –, Plenum Linguaggio: Deutsch
Container-Images baut heute fast jeder mit einem Dockerfile. Für VM-Images braucht es
dagegen meist eine eigene Toolchain mit eigenen Konventionen, obwohl der Inhalt im Kern
derselbe ist: ein Dateisystem und ein paar Angaben dazu, wie es bootet. contemper ist
ein freies Werkzeug (Apache 2.0), das aus einem gewöhnlichen OCI-Image eine bootfähige
VM-Disk macht. Dieser Lightning Talk zeigt in fünf Minuten, wofür es gedacht ist und
wie der Weg vom Dockerfile zur laufenden VM aussieht.
Wer ein eigenes VM-Image braucht, etwa für eine Appliance, eine Testumgebung oder ein
Home-Lab, greift meist zu Werkzeugen wie Packer oder mkosi. Die erledigen ihre Aufgabe
gut, bringen aber jeweils eine eigene Welt mit, die man zusätzlich zu den gewohnten
Container-Werkzeugen lernen und pflegen muss.
contemper geht einen anderen Weg: Das Image wird ganz normal mit podman oder docker
gebaut, in eine Registry gepusht und dort wie jedes andere Image gescannt. Es bringt
selbst Kernel, initrd und Init-System mit, egal ob auf Basis von Debian, Alpine oder
Arch. contemper setzt daraus eine UEFI-bootfähige qcow2-Disk zusammen. Dabei wird nichts
aus dem Image ausgeführt, es braucht weder root noch eine Container-Runtime noch
Emulation, und ein arm64-Image lässt sich genauso auf einem x86-64-Rechner bauen.
Im Lightning Talk gibt es das Prinzip in wenigen Sätzen, den Ablauf von build über
convert bis deploy in einer kurzen Demo und eine ehrliche Einordnung: wann
contemper passt, wie es sich zu bootc und d2vm verhält und wo das Projekt heute steht.
contemper ist noch vor Version 1.0, die Unterstützung für Incus ist in Arbeit.
Angesprochen sind alle, die schon einmal ein VM-Image gebaut haben oder es eigentlich
lieber mit einem Dockerfile täten.
Stephan Peijnik-Steinwender kam 2010 als Student zu Anexia und entwickelt seither Cloud
Services. Ab 2016 leitete er dort R&D, zuletzt zwei Teams mit zeitweise mehr als zehn
Mitarbeitenden, ohne das Selberbauen dabei ganz aufzugeben.
Seit 2025 ist er Chief Solution Architect bei netcup eos, das aus Anexia hervorgegangen
ist, um Cloud ohne Altlasten von Grund auf neu zu denken. Für ihn bedeutet das eine
wieder technischere Rolle. Er liefert gerne den ersten Proof of Concept und den nötigen
Anstoß, steht Kolleginnen und Kollegen bei Konzepten und Problemlösungen zur Seite und
hält Lösungen am liebsten einfach, skalierbar und langfristig wartbar. Ein guter Teil
seiner Arbeit besteht darin, dafür zu sorgen, dass Dinge, die von außen nach
Raketenwissenschaft aussehen, im Inneren keine sind.
Zu Linux kam er 1999 mit SuSE 6.2 und wechselte kurz darauf mit Potato zu Debian. An
FOSS-Projekten beteiligt er sich regelmäßig mit kleineren Beiträgen, zuletzt unter
anderem an Home Assistant und Incus. Er lebt in Kärnten und ist beim Kärntner
Linuxstammtisch aktiv.