30.10.2026 –, GUIX Sprache: Deutsch
Software, die in Forschungsprojekten entwickelt wird, ist häufig quelloffen. In der Praxis bedeutet quelloffen aber nicht automatisch wiederverwendbar. Dieser Talk beleuchtet meine Erfahrungen mit wissenschaftlicher Open-Source-Softwareentwicklung. Wie können Forscher*innen einen Beitrag zu Wiederverwendbarkeit, Nachnutzbarkeit und Wartbarkeit ihrer Software leisten?
Die wissenschaftliche Community legt sehr viel Wert auf Transparenz und Nachvollziehbarkeit: Die Prinzipien Open Research bzw. FAIR Research (kurz für Findable, Accessible, Interoperable, Reproducible) gehören zum guten Ton. Folglich wird auch die Software, die aus Forschungsprojekten hervorgeht, oft unter Open-Source-Lizenzen veröffentlicht.
Gleichzeitig gibt es aber viele Probleme, welche die Nachnutzbarkeit der Software in der Praxis stark einschränken, wie kurze Projektlaufzeiten, Ausrichtung der Software auf spezielle Usecases und wenige Softwareentwickler*innen mit verschiedenen Aufgabenbereichen. Dadurch sind spätestens nach Ablauf der Projektlaufzeit oft keine Ressourcen mehr für Pflege, Dokumentation und Weiterentwicklung der Software verfügbar.
In diesem Talk möchte ich auf die vorgestellten Probleme näher eingehen und meine eigenen Erfahrungen mit Open Source im Fachbereich der Digitalen Geisteswissenschaften teilen. Dazu stelle ich auch kurz zwei Software-Tools vor, die ich entwickelt habe, nämlich einerseits ein Tool für die Annotation historischer chinesischer Musikhandschriften und andererseits eine grafische Anwendung für die Verknüpfung von Randnotizen in mittelalterlichen Handschriften im aktuell laufenden Projekt Gloss.IT.
Tristan Repolusk ist promovierter Informatiker und als Postdoc an der Universität Graz am Institut für Digitale Geisteswissenschaften tätig. In seiner Forschung beschäftigt er sich mit der Schnittstelle zwischen Technologie und Kultur. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit Musik und Retro-Gaming.